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5 Tage Psychiatrie und wieder zurück

Am letzten Mittwoch sprach ich mit einer Arbeitskollegin, weil es mir gar nicht gut ging. Ich erzählte ihr auch, dass ich extreme Suizidgedanken habe. Meine Arbeitskollegin machte sich Sorgen und rief die Chefin an, die zu der Zeit Urlaub hatte. Meine Chefin machte sofort einen Termin bei dem Psychiater, dessen Praxis sich in der Nähe der Arbeitsstelle befindet. Nach meiner Mittagspause erzählte mir die Arbeitskollegin, dass sie mit der Chefin gesprochen habe und ich nun zum Psychiater soll, weil sich alle Sorgen machen. Meine Arbeitskollegin brachte mich zu der Praxis. In dieser Praxis war wegen mir alles still gelegt und ich war sofort dran. Der Psychiater wollte mich unbedingt einweisen. Also kam ich mit dem Krankenwagen auf die geschlossene Station des Zentrums für Psychiatrie, das ca. 150 Km entfernt liegt. Auf der Station wurde ich ärztlich aufgenommen. Da die mich nicht kannte und nicht einschätzen konnte, musste ich die erste Nacht auf dem Gang schlafen. Das war so schrecklich!! Außerdem waren auf der Station wieder alle vermischt. Zig Krankheitsbilder. Auch wirklich geistig verwirrte Menschen. Menschen, wie man sie sich in der Psychiatrie vorstellt. Schrecklich, wenn man selbst ja eigentlich bei Verstand ist. Es gab z.B. einen Typen, der die ganze Zeit komisches Zeugs labert, Selbstgespräche führt und nichts wirklich mitbekommt. Einer, der nicht duscht und nie seine Kleider wechselt und demnach krass stinkt. Und andere, die einfach nur da sitzen, nichts reden und vor sich hinschauen. Es war so furchtbar!! Eine hat mich beim Abendessen mal voll angerotzt! Ich bin ausgerastet. Ich hab sie gefragt, ob sie nicht die Hand vor den Mund halten kann? Und was war ihre Antwort? "Wie denn wenn ich am Essen bin?" WTF?! Ich war so sauer!!! Gestern Abend durfte ich Gott sei Dank heim. Mein Freund holte mich ab, Zwischendurch stand auch meine Ausbildung auf der Kippe, weil meine Chefin nicht wusste, wie sie mit allem umgehen soll und ob ich gut für das Geschäft sei. Sie wollte mit dem Arzt von der Station reden. Der hat sie angerufen. Ich darf die Ausbildung weitermachen. Morgen geh ich wieder zur Arbeit... Auch hat die Chefin dem Arzt wohl gesagt, dass mich alle sehr gern haben auf der Arbeit. Jetzt werden halt Sachen noch ausgemacht, was gemacht wird, wenn es mir schlecht geht. Da bin ich ja mal gespannt...

2.3.11 09:25


Zukunftsplanung

Freitag nach über zwei Wochen meine Chefin wieder gesehen. Sie wollte mit mir reden. Über die Zukunft bei der Arbeit usw. Sie weiß, dass ich die Möglichkeit habe in 6 bis 8 Wochen wieder stationär auf die DBT-Station zu gehen. Aber ich weiß ja nicht, ob ich da nochmal hin will (ich war schon zweimal dort), ob es einen Sinn hat. Jetzt will meine Chefin bis Dienstag wissen, ob ich diese stationäre Thera machen will oder nicht. Sie muss es wissen wegen der Ferienplanung der Kolleginnen. Ich hab keine Ahnung ich tun soll. Ich kann mich nicht entscheiden. Einerseits denke ich, dass es sicher nicht schlecht ist und ich noch viel lernen könnte, auch wenn ich genau dort schon zweimal war. Vielleicht würde es mich wirklich stabilisieren und gäbe mir mehr Fertigkeiten mit allem besser umzugehen, mich nicht so schnell umpusten zu lassen, nicht mehr so verdammt empfindlich zu sein. Andererseits will ich nicht wieder in die Klinik. Wieder bei der Arbeit fehlen. Mir geht es ja zwischendurch auch gut. So gut, dass ich nicht glaube, dass ich krank bin, dass alles Schwarze, Schlechte fern, nicht greifbar scheint. Dann hab ich so viel Kraft und Stärke, dass ich es selbst kaum glauben kann. Aber ich bin eben auch oft, sehr oft richtig unten, verzweifelt, zerstört und hoffnungslos. Dann würde ich am liebsten alles hinschmeißen, fühle mich schwach, mir fällt alles schwer. Diese beiden Seite wechseln sich ab und bei jedem Mal scheint es für immer zu sein, egal ob positiv oder negativ. Soll ich nochmal stationäre Thera machen oder nicht? Ich weiß es einfach nicht.

Meine Chefin ist aber ganz extrem lieb und unterstützt mich wo sie nur kann. Sie will mir in jedem Fall die Ausbildungsstelle lassen, wenn ich diese wirklich machen möchte und wenn ich mitarbeite und für meine Gesundung kämpfe. Ich verliere die Stelle auch nicht, wenn ich stationär gehe. Ich habe sie gefragt, wieso das alles macht und sie sagte: "Ich mag dich und ich glaube an dich." Sie meinte auch, dass sie meine Arbeit schätzt, dass mich die Kolleginnen mögen, dass sie mein Lächeln mag. Ich war völlig überwältigt. Ich habe meiner Chefin auch gesagt, dass es mir momentan ganz extrem schwerfällt zu lesen (wegen der Konzentration) und sie antwortet nur: "Wenn's nicht geht, dann geht's nicht." Ich dachte schon sie sei sauer, weil wir ja viel lesen sollen. Leseexemplare. Ich hab echt die tollste Chefin, die es überhaupt gibt.

6.3.11 14:45


Pro und Contra Klinik

Ich hab mal eine Pro-Contra-Liste geschrieben, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich nun in 6 bis 8 Wochen nochmal auf die DBT-Station soll oder nicht...

Erneuter Klinikaufenthalt?

Pro

- Chance
- Stabilisierung
- Richtige, durchgehende Therapie
- Intensiver als ambulant
- momentan hab ich sowieso noch keine ambulanten Therapeuten sprich keine Therapie
- Besseren Umgang mit Krisen, Gefühls- und Stimmungsschwankungen lernen, so dass Rest der Ausbildung  „problemlos“  läuft
 

Contra

- Fehlen bei der Ausbildung
- Freund nicht in der Nähe (würde ihn sehr vermissen)
- Therapie geht sicher auch ambulant

 Ich denke ich werde meiner Chefin morgen sagen, dass ich die stationäre Therapie machen werde...

 

 

7.3.11 19:23


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